Freitag, 9. September 2011

Silberbergwerk Neubulach

Ich war wieder "Wurzelsaft" tanken und dieses mal ging es wirklich bis unter die Wurzeln ;)
In Neubulach/Altbulach bin ich aufgewachsen und ich erinnere mich gerne an eine sehr schöne Kindheit.
Wir streiften durch Wälder, erforschten Höhlen und sammelten "Glänzschtoiner" - damit meinten wir die Mineralsteine die glitzerten und prächtige Farben hatten. Es gab sooo viel zu entdecken.


Mittlerweile sind wir schon laaaaange erwachsen aber die Faszination ist immer noch da. Mein "Großer Bruder" führt heute Touristen durch die Stollen des Silberbergwerks und ich ging mit in den "Unteren Stollen". Bei Außentemperaturen von über 30°C war es schon eine Überwindung lange Kleidung, Gummistiefel und Schutzkleidung zu tragen.





Durch den Stollenmund ging es hinein in die kühle Erde (ca. 8° C), eine willkommene Erfrischung!!

Der Untergrund von Bulach besteht aus Buntsandstein und Muschelkalk. Diese Sand-,Kalk,- und Tonsteine bildeten viele Schichten die fast horizontal verlaufen.Gesteinsschichten verschoben sich gegeneinander und Spalten entstanden. Durch diese Spalten stiegen später heiße wässrige Lösungen auf, die beim Erkalten Mineralien bildeten, diese dienten dann zur Kupfer- und Silberherstellung. Aus dem blauen Azurit und dem grünen Malachit soll damals Farbe gemacht worden sein.



Wir erkundeten ca 1 km tief die Erde und waren ungefähr 125 m unter der Erdoberfläche. Kaum zu glauben, dass im Mittelalter die Bergleute fast ihr ganzes Leben in dieser Dunkelheit verbracht haben und unter schwersten Bedingungen dem Berg die Mineralien abgerungen haben. Wir hatten ja unsere Helmlampen die uns Sicherheit gaben, tief im Berg haben wir sie dann alle mal ausgeschaltet und die Dunkelheit für einen Moment auf uns wirken lassen.


Gut, dass die Schutzpatronin der Bergleute mit uns war, bei der "Heiligen Barbara" wurde ein Licht entzündet.


Gesteinsbrocken mit Azurit und Malachit.








Der Aufstieg zum Maria-Stollen, über Querbühnen und Leitern ging es nach oben. Er ist der älteste Stollen von Neubulach und wurde im Mittelalter im Segen-Gottes- Hauptgang ausgebildet. Neben der Suche nach Mineralien diente der Stollen vor allem zum Ableiten von Wasser, als Frischluftzufuhr und als Transportweg.
Quarze, Bergperlen und fluoreszierende Wände.



Ab und zu wurde es ganz schön eng, gut dass ich einen Schutzanzug (meine Garderobe war nicht für dieses Abenteuer gedacht ;) hatte so konnte ich mich ungestört am Felsen reiben ;)
Auch Pilze und Flechten wachsen in der Dunkelheit. Fledermäuse haben ihren eigenen Bereich in dem sie ungestört sein können.

Eine ganze Wand voll schimmernder Quarze!!!

Nach ca. 2 Stunden wurde der Stollenmund wieder geöffnet und der Berg spukte uns wieder aus.

Es war ein faszinierendes Abenteuer und irgendwann möchte ich nochmal hinein

Kommentare:

  1. Schön geschrieben! War mir gar nicht bewusst, dass ihr dort Bergwerke habt/hattet.
    Wünsch Dir ein schönes Wochenende!
    Evi

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  2. Da weckst Du ja Kindheitserinnerungen-"Gläzschdoiner",ja die hab ich auch noch...;)
    In den unteren Stollen will ich auch mal,da war ich noch net!Dori

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  3. Toller Bericht und super schöne Fotos.
    Das hat bestimmt gefunkelt wie verrückt.
    Aber es war auch ein bisschen unheimlich oder, so tief im Berg?
    Toll
    Liebe Grüße
    Petra

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  4. Jetzt wollt ich gerade mit dir ins Bergwerk gehen und dann war dein Blog von meiner Leseliste verschwunden. Aber, nun weiß ich auch warum, du warst gerade beim posten.

    Aber, der Gang ins Bergwerk auch ganz interessant und abenteuerlich. Anders als die Tropfsteinhöhle, aber auch ungemein geheimnisvoll!

    Lieben Gruß, Brigitte

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